Bulgarien – ein Standort mit Zukunft


Bulgarien zählt zu den attraktivsten Zukunftsmärkten Europas. In einer beispiellosen Aufholjagd hat sich das Land in den letzten zehn Jahren von einem bankrotten Staat mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit zu einem Top-Investitionsstandort entwickelt, der bei vielen gesamtwirtschaftlichen Eckdaten sowohl im regionalen als auch im europäischen Vergleich Spitzenwerte erreicht. Bulgariens durchschnittliches BIP-Wachstum lag seit 2003 regelmäßig bei 5 bis 6% und war deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Die gesamtwirtschaftliche Leistung erreichte 2008 einen Wert von 34 Mrd. Euro. Der Anteil des kräftig anziehenden produzierenden Gewerbes belief sich auf 30,5%. Der Dienstleistungssektor leistete einen Gesamtbeitrag von 62,2%. Nur noch 7,3% entfielen auf die Land- und Forstwirtschaft. 3,5 Millionen Menschen oder gut 53,5% der Bevölkerung Bulgariens sind erwerbstätig. Die Arbeitslosenrate ist in den vergangenen Jahren konstant gefallen und betrug 7,6% im Juli 2009. Aufgrund der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird für 2010 eine Quote von ca. 11% erwartet. Obwohl die globale Wirtschaftskrise das bislang dynamische Wachstum Bulgariens abrupt gestoppt hat, kommt das Land verhältnismäßig gut mit ihren Auswirkungen klar. Für 2009 prognostiziert die bulgarische Regierung einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 4,9% statt der zunächst angenommenen 6%. Auch 2010 wird die Wirtschaft noch unter dem Einfluss der Krise stehen, mittelfristig dürfte die bulgarische Volkswirtschaft aufgrund des weiterhin enormen Nachholbedarfs dann wieder überdurchschnittlich wachsen. Die bulgarische Regierung setzt auf die Beibehaltung einer stabilen Fiskalpolitik sowie die Bindung der Landeswährung Lew an den Euro. Der Beitritt zur Eurozone ist politisches Ziel. Der neuen Regierung gelang es, das Vertrauen der EU-Kommission wiederzugewinnen. Die Folge – ein Großteil der zunächst eingefrorenen EU-Fördermittel wurde freigegeben, so dass jetzt die Umsetzung der geplanten Projekte auf der Tagesordnung steht. Die auferlegte Finanzdisziplin und die Antikrisenmaßnahmen der Regierung zeigten Wirkung. Die internationale Ratingagentur Standard & Poor’s korrigierte ihre Bulgarien-Bewertung von „negativ“ auf „stabil“. Das Land profitiert in der Krisenzeit besonders von seinem festen Wechselkurs zum Euro. Bis 2013 will Bulgarien den Euro einführen. Überzeugende Argumente dafür sind ein ausgeglichener Haushalt für 2010, das EU-weit geringste Haushaltsdefizit für 2009 sowie lediglich 13 Prozent Staatsschulden gemessen am BIP. Positive Nebeneffekte der Krise sind der deutliche Rückgang der Inflation von 12% im Jahr 2008 auf 3,8% im Jahr 2009 sowie eine Verringerung des Leistungsbilanzdefizits, das noch 2008 bei 24,8% des BIP lag. Forciert wurde das rasante Wirtschaftswachstum in der letzen Jahren vor allem durch den starken Zufluss der direkten Auslandsinvestitionen. Finanzielle Stabilität, unschlagbare Steuersätze, boomende Konjunktur und niedrige Produktionskosten stellen einen enormen Anreiz für jedes Unternehmen dar, auf dem bulgarischen Markt zu investieren. Alleine in den drei Rekordjahren 2006-2008 floss ausländisches Kapital im Gesamtwert von über 20 Mrd. Euro nach Bulgarien. Krisenbedingt sind die ausländischen Investitionen 2009 drastisch auf prognostizierte 2,5 Mrd. Euro zurückgegangen. Dem bulgarischen Haushaltsplan für 2010 liegen 3,3 Mrd. Euro ausländische Investitionen zugrunde. Dabei verzeichnen besonders zwei Branchen Aufwind. Investiert wird verstärkt in erneuerbare Energien sowie in die industrielle Fertigung von Kfz-Teilen und Zubehör. Wichtiges Heilmittel gegen die Krise kommt zudem aus Brüssel. Mit Milliarden-Zuflüssen aus EU-Töpfen – insgesamt kann Bulgarien bis 2013 über 11 Mrd. Euro erhalten – will Bulgarien unter anderem seine Infrastruktur ausbauen und damit auch die Konjunktur stützen. Anhaltend dynamisch entwickelt sich seit Jahren der Außenhandel. Die Ausfuhren der bulgarischen Wirtschaft stiegen seit 1999 von 3,7 Mrd. Euro um über 300% auf 15,3 Mrd. Euro 2008. Das war der 10. Exportrekord in Folge. Zugleich stehen Einfuhren in Höhe von rund 24 Mrd. Euro für die hohe Aufnahmefähigkeit des bulgarischen Markts. Deutschland ist seit Jahren der wichtigste Handelspartner Bulgariens. Der Außenhandelsumsatz bewegt sich von Rekord zu Rekord und hat 2008 erstmals die Marke von 4 Mrd. Euro übersteigen. Über 5.000 deutsche Firmen sind im Handel mit Bulgarien tätig, davon sind 1.200 vor Ort vertreten. Die Weltwirtschaftskrise seit Ende 2008 trifft auch die exportorientierte bulgarische Wirtschaft hart. Doch eben weil sich das Land zur “verlängerten Werkbank” Westeuropas entwickelt hat, sollen die Erholungsprozesse in den großen europäischen Volkswirtschaften bald auch in Bulgarien gespürt werden. Unabhängig von den Auswirkungen der Krise, steigen die Ersparnisse der Bulgaren, wenn auch mit verlangsamten Tempo. Im dritten Jahresquartal 2009 erhöhten sie sich um über eine Milliarde Euro auf rund 17 Mrd. Euro. Der Wohlstand der Bevölkerung nimmt stetig zu. 2009 stieg die Kaufkraft je Einwohner um 18% auf 2850 Euro. Der private Konsum wächst dementsprechend. Die wirtschaftliche Ausgangsbasis Bulgariens ist auch deshalb so gut, weil das Land über attraktive „weiche“ Standortfaktoren verfügt: tausendjährige Geschichte, hervorragende Natur, reichhaltige Unterhaltungs - und Erholungsmöglichkeiten, Weltoffenheit, angenehmes Klima und einen florierenden Tourismus.